Farben des Himmels

Koh Lanta, ein Tag im November.

Während sich meine Liebsten in dicke Winterjacken hüllen, trage ich ein leichtes Sommerkleid. Der Sand knirscht leise unter meinen Füßen, als ich barfuß am Strand entlang spaziere. Ich atme tief, rieche den salzigen Duft des Meeres und spüre den Wind auf meiner warmen Haut, die sanfte Brise, die über mein Gesicht streicht und mit meinem Haar spielt.

Das Licht der Sonne wird schwächer, schon bald wird die Dämmerung einsetzen. Nur noch wenige Menschen liegen auf Tüchern im Sand oder stehen knöcheltief im Wasser und schauen aufs Meer hinaus. Die meisten sitzen bereits Cocktail schlürfend in einer Bar oder bestellen Tom Kah Gai, Massaman Curry und Pad Thai in einem der vielen Restaurants, die ich über meine linke Schulter hinweg sehen kann. Farbige Girlanden und Lichterketten zieren die Terrassen. Der Strand ist sehr breit und so nehme ich das Tellerklirren, die Stimmen und das Gelächter der Gäste und die thailändischen Pop-Schnulzen, die in solchen Lokalen stets im Hintergrund laufen, nicht wahr. An mein Ohr dringt einzig das Geräusch von sich brechenden Wellen und schäumendem Wasser.

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Ich bleibe stehen, kehre den Restaurants den Rücken zu und schaue in die Ferne, in die unendliche Weite der Andamanensee. Dann wandert mein Blick zum Horizont und weiter nach oben gen Himmel, wo sich die Farben zu verändern beginnen. Erst gehen sie sanft ineinander über, ehe sie gänzlich verschmelzen und der eine Farbton den anderen ablöst.

Aus blau wird gelb wird orange wird rosa wird violett wird rötlich. Das Rauschen des Meeres passt perfekt zu diesem Anblick. Wie die monatelang eingeübten Klänge eines Orchesters zu einer Theateraufführung oder die sorgsam komponierte Filmmusik, die harmonisch auf die Gefühle und Bewegungen der Darsteller abgestimmt wurde. 

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Es wäre der perfekte Moment für einen Heiratsantrag oder die ideale Kulisse für den Dreh einer Happy-End Szene. Alles gleicht einer Inszenierung, beinahe zu schön um wahr zu sein. Fasziniert beobachte ich das Farbenspiel und bleibe reglos stehen bis das letze Stückchen Farbe der Dunkelheit gewichen ist.

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Bevor ich den Rückweg zu meiner Unterkunft antrete, schließe ich für kurze Zeit die Augen. Die Farben sehe ich weiterhin vor mir.

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6 comments

  1. Das sind wunderschöne Fotos! Ich habe ja sowieso einen Faible für Sonnenauf und -untergänge, da bin ich erst recht total begeistert von deinem Post. Ich geh dann mal träumen. 😉

    Herzlich,
    Anna

    1. Danke liebe Anna!
      Dein Faible kann ich gut verstehn. Während meiner Reisen & auch Zuhause konnte ich schon viele schöne Sonnenuntergänge bewundern. Nur mit den Sonnenaufgängen will’s nicht so recht klappen – schaff’s leider viel zu selten aus dem Bett 😉

  2. Was für ein schöner Text! Und die Fotos – traumhaft schön!
    Da möchte man ja sofort wieder nach Thailand… 🙂
    Liebe Grüße,
    Kathi

    1. Hi Kathi,

      oh ja, das wär’s! Hätte auch Lust gleich sofort wieder in den Flieger zu steigen, um der winterlichen Kälte zu entfliehen und an einem sonnigen Ort an einem wunderschönen Strand zu liegen. Davon gibt es in Thailand ja genug 🙂

      Freut mich sehr, dass dir der Artikel gefällt!

      LG Norah

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