Berta, eine Reisebekanntschaft

Der Wecker klingelt. Ich werfe die Bettdecke zurück, trinke eine Tasse Yorkshire Tea mit einem Schluck Milch, schlüpfe in Overall und Gummistiefel und mache mich auf den Weg zum Stall. Die Schafe warten. Sie wollen frisches Stroh, Wasser und Heu.

Frühlingsanfang. Seit gut drei Wochen wohne und arbeite ich auf einer kleinen Familienfarm im Südwesten Englands. Am liebsten beobachte ich die Schafe. Eines davon ist Berta.

Eigentlich hat Berta gar keinen Namen. Aber ich finde, sie sollte einen haben. Also hat sie nun einen. Hab ich so entschieden.

Berta ist ein liebenswertes und neugieriges Schaf. Sie gehört zu den Ersten, die mich beschnuppern, wenn ich morgens den Stall betrete. Manchmal lächelt sie dabei. Sieht doch so aus, oder?

Määääääääääh!!!!!

Es ist Lammzeit. Wie alle anderen Schafdamen ist auch Berta hochschwanger. Als ihre Fruchtblase platzt, helfe ich bei der Geburt. Zwei gesunde Lämmer erblicken das Licht der Welt. Nach ein paar Tagen sind sie fit genug, um ins Freie zu dürfen.

Auf den Wiesen der Farm ist das Gras nicht lang genug, also hat die Familie etwas außerhalb ein Stück Land gemietet. Gemeinsam mit anderen kleinen Schaffamilien bringen wir Berta in ihr neues Zuhause.

Die Zeit des Abschieds ist gekommen. Ab jetzt trennt uns eine dreißigminütige Autofahrt. Doch wir werden uns bald wiedersehen. Berta und ich. Und die anderen Schafe auf der Wiese. Die sind nämlich auch ganz nett. Wie auch all die Schafe, die noch immer schwanger im Stall stehen. Und überhaupt. Ist schön hier.

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